Kitterella hat Sommerurlaub

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Donnerstag, 15. Dezember 2016

Rezension: "Complex West" Teil: "Leiden und leben" von Sascha Ehlert u.a.

Rezension zu der Reihe von Sascha Ehlert

Complex West - Leiden und leben

Geschichten geschrieben von

Emily Cole, Kim Andrews, Lily Konrad & John Ostermann

verfasst von Kitty


















Verlag: Titus Verlag
Seiten: Print 235 Seiten
Preis: 9,90 €
ISBN 978-3-944935-62-1


Generelles zu Complex West:

Complex West ist ein Gebäudekomplex in Fishkill, New York, in der Bewohner leben, die ein wenig ab der Norm sind. 
In diesem Komplex sind die Leben der einzelnen Bewohner auf seltsame Weise irgendwie miteinander verwoben, und jedes Appartement trägt sein eigenes Schicksal mit sich. 
Die einzige stete Konstante ist der Hausmeister Samuel Gillager, der mit Complex West verschmolzen zu sein schein, und immer dort ist wo man ihn am wenigsten vermutet.

Inhalt:
Die hübsche Katy lebt in der obersten Etage. Das luxuriöse Appartement 92 ist ihr zugleich Wohnraum und Arbeitsplatz. Alles läuft gut, bis ihr Zuhälter sich zu verändern beginnt. Als ein geheimnisvoll Maskierter auftaucht, nimmt ihr Leben eine unerwartete Wendung. 
Frank Winston ist Policeofficer mit Leib und Seele. Als er aus New York in die Provinz von Fishkill versetzt wird, stumpft er zusehends ab. Bei einem Einsatz in Complex West wird er sich merkwürdiger Neigungen bewusst.
Am Sichersten fühlt sich Harold Forrester in seinen eigenen vier Wänden. Allein mit sich. Je kälter seine Umgebung, desto eher vergisst er die die peinigenden Erlebnisse, die ihn uälen und nicht zur ruhe kommen lassen.
Was hat der erfolgssüchtige Haruto Nakamura mit Kay zu tun? In welche dunklen Machenschaften ist der Japaner verstrickt? Und was passiert, als er auf Samuel Gillager trifft?



Zum Cover:
Das Cover ansich finde ich sehr gut gelungen. Es ist düster, ein wenig bedrängend und passt super zu dem Inhalt. Den Untertitel: "Du weisst nie, wer noch darin lebt...." finde ich leider nicht soo trefend, da nur zwei der Geschichten tatsächlich um Bewohner aus Complex West handeln und erzählen.

Zu den Autoren und Ihren Geschichten:
Emily Cole
Kim Andrews
Lily Konrad
John Ostermann

Emily Cole hat die Geschichte um Katy geschrieben, und ich muss sagen, ich bin echt überrascht gewesen. Teilweise dachte ich mir: Wow, kann die Frau hart schreiben :) Ich persönlich steh auf ein wenig härtere Sachen und fand die Geschichte um Katy sehr gelungen und authentisch. 
Es geht um Katy, eine "Edelhure", die ausschließlich zu Hause ihre Kunden empfängt und das zu enorm hohen Preisen. Sie kann es sich leisten, denn sie ist auf ihrem Gebiet ein Profi. Egal, was ihre Kunden wünschen, Katy kann ohne Probleme in die Rolle, die sie spielen soll, schlüpfen und ihren Freier glücklich machen. Und ihr Zuhälter Nicolás weiß das auch zu schätzen, solange er das dicke Geld mit ihr verdient.
Eines Tages jedoch macht sie unfreiwillig die Bekanntschaft mit einem maskierten Mann, der es nicht nur wagt in ihre Wohnung einzudringen, nein er dringt auch in ihr privates Schlafzimmer und in ihr Intimleben ein. Was anfänglich mit viel Angst verknüpft war und wie es sich entwickelt, und was Samuel Gillager damit zu tun hat, das dürft ihr selbst lesen :)
weiter zur Geschichte von 

Kim Andrews, die von Frank Winston, dem Police Officer, handelt.
Er wohnt nicht wie Katy in dem Complex West, wird aber zu einem Tötungsdelikt in den Wohnbau gerufen und trifft dort, auf den Hausmeister Gillager, der ihm schon bekannt ist von einem anderen Fall, den er einmal in dem Gebäude untersuchen durfte. Frank darf den Selbstmord an einem jungen Mann untersuchen, der anscheinend zuvor seine Freundin ermordet hat. 
Als Frank mit der Leiche alleine ist, stellt er Gefühle fest, die er vor vielen Jahren bei einem seiner ersten Fälle entdeckt hat, als er einem Teenager das Leben retten sollte, der von einem Dach springen sollte.
Dieser Fall ist auch nichts für seichte Gemüter, denn die Gefühle die Frank entdeckt sind mit Sicherheit ein wenig abnormal für das sanfte Leserherz :) 
Kim beschreibt aber auch die Empfindungen und Erregungen des Offiziers äußerst überzeugend, und die Zusammenhänge sind klar un schlüssig, dass mir die Geschichte von Frank "Spaß" gemacht hat zu lesen. 
Von 

Lily Konrad habe ich persönlich schon 1001 Angst gelesen, Tii ihre anderen Werke wie "Staub von den Sternen" und "Was andere nicht haben". Ihr dritter Teil: "Diesseits der Unendlichkeit" ist auch eben veröffentlicht worden. Rezensionen hierzu findet ihr auch auf unserem Blog.
In diesem Buch kann man - wenn man Fan davon ist - wieder einmal einen Blick in die dunkle Seite von Lily blicken.
Ich habe diesen Teil auf der Heimfahrt von der Buchmesse Frankfurt im Bus verschlungen, demnach kann man sich denken, dass ich auch diesen sehr gut fand.
Es geht um Harold Forrester, der ein Appartement in Complex West bewohnt. Er ist dort weil er lange im Gefängnis war und aufgrund des erlebten nicht mehr weiß, wie er ins Leben zurück finden soll. Das einzige was ihm Frieden gibt, ist die Kälte auf seiner Haut... 
Harold wurde von seiner Tochter beschuldigt, sich an ihr vergangen zu haben. Lily beschreibt in ihrem Teil klar und deutlich, wie es von einer kleinen Anschuldigung zu einem Ruin des Lebens kommen kann. Über das Leben von Harold im Gefängnis und wie er versucht mit der Situation klar zu kommen, machtlos zu sehen zu müssen, wie alles was er je geliebt hat, verschwindet. Macht- und hilflos bis zum Schluss um festzustellen, dass er zwar unschuldig im Sinne der Anklage, aber schuldig im Sinne des Lebens ist..
Wiedermal beweist Lily, dass sie es hervorragend versteht, sich in die dunkle Seite einzudenken und dies dem Leser auch überzeugend vermitteln kann.
Die letzte Geschichte ist von 

John Osterman (dem einzigen Mann in dieser Runde) und dreht sich um Haruto Nakamura, einem erfolgreichen japanischen Geschäftsmann der in Fishkill lebt.
John schafft es sehr gut dem Leser die Geschehnisse zu vermitteln, wie aus einem kleinen Jungen, ein mächtiger und allseits geführchteter Mann wird, der Fischkill in seiner Hand hat.... aber nicht ganz. Und genau darum geht es in diesem Teil der Geschichte...
Haruto versucht seine eh schon enorme Macht zu vergrößern, in dem er Emilio zu sich einlädt. Emilio ist ein Konkurrent. Da Haruto sich auf japanische Freudenmädchen spezialisiert hat, seine Kunden aber vollends nur durch seine Geschäfte zufrieden stellen möchte, plant er die Geschäfte von Emilio zu seinen zu machen.
Daher lädt er Emilio zu sich in sein nach - für die Außenwelt zum Schein - durch und durch japanisches Penthouse ein, in dem er versucht der professionelle Geschäftsmann zu sein. Er bietet Emilio Speis und Trank, die er wie ein Rüpel behandelt. Dies ist aber ein schon eingeplanter Vorgang, der Haruto schlussendlich doch dazu verhilft das zu bekommen was er will - Emilios Mädchen... 
Eines davon besucht er im Complex West, und hier kommen wir zu Katy... ;-) Übergang gut eingefädelt, leider nicht gut ausgearbeitet, dazu komme ich aber weiter unten.
Die Szenerie bzw. die Abläufe nach Harutos Besuch bei Katy finde ich hingegen einfach super be- und geschrieben. Haruto begibt sich in den Aufzug wieder in die Tiefgarage und trifft in diesem auf Samuel Gillager, der ihm irgendwie bekannt vor kommt... und plötzlich bleibt der Aufzug stecken... und das obwohl Haruto Platzangst hat, und die bedrohlich wirkenden eiskalten Augen von Samuel machen das ganze nicht angenehmer....
Die Geschichte ansich ist auch hier sehr gesalzen. Wie auch der Rest des Buches ist dieser Teil nichts für zarte Gemüter.
Leider stößt mir säuerlich auf, dass man versucht eine Verbindung zu Katy herzustellen. Man erinnert sich zwar am Ende immer noch sehr gut an den "Japaner" in der Geschichte von Katy, leider ist der ursprüngliche Zusammenhang nicht gut übernommen... Nicolás ist auf einmal Emilio... und das ist etwas was mich sehr gestört hat, sowie die Handlung um diese beiden herum... es passt einfach nicht. 
Ich finde die Grundidee der Überschneidung der Geschichten super, denn ich wünschte mir instinktiv auch von den dem maskierten Mann mehr zu erfahren, der bei Katy vorkommt, aber ich bin der Meinung, wenn es schon Paralellen geben soll, müssen diese auch stimmen. Da darf nicht auf einmal aus einem Nicolás ein Emilio werden...
Fazit:
Complex West ist eine gelungene Thriller-Serie bepackt mit vielen einzelnen Geschichten, die man nicht lesen sollte, wenn man ein zartes Gemüt hat.
Die Autoren schaffen es, sich stellenweise sehr unwohl zu fühlen beim Lesen, und das ist das war ich von einem Thriller erwarte. Jeder einzelne Autor schafft es ein Gefühl der Beklommenheit zu erschaffen und dennoch will man mehr erfahren...
Für mich alles richtig gemacht, bis auf die Sache mit Nicolás (alias Emilio? ), da bin ich dann doch - wie mein Mann so schön sagt) Tochter meines Vaters. Solche, für manche vielleicht, Kleinigkeiten fallen mir auf und nerven mich. Wie in einem Film, wenn eine Kette in der einen Szene in der Bluse steckt und in 2 Sekunden später, außerhalb... ^^ Da bin ich eben ein kleiner Spieser
Da ja einige auf die Punkewertung bestehen, gebe ich dem Buch im Gesamten 3,5 von 5 Punkten. Leider ist für mich persönlich sehr entscheidend, was da mit Emilio passiert ist. 
Den Einzelnen Geschichten gebe ich aber jeweils 5 von 5 Punkten.
Da ich nicht nachvollziehen kann wessen Geschichte von Welcher abweicht (Emily von John oder andersrum) werde ich da keine Punkte abziehen, da es meiner Meinung nach dem Lektor hätte auffallen müssen, ebenso wie der Testleserin, dass da was nicht stimmen kann...

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