Samstag, 3. März 2018

Houston Hall - Wer ist eigentlich diese Mary?



Anlässlich der gerade laufenden Fantasywoche auf Facebook, durften Marion von Fräulein M liebt Bücher und ich, die beiden Haupt-Protagonisten Mary und Anthony des Buches "Houston Hall - Schatten der Vergangenheit" von Mary Cronos genauer unter die Lupe nehmen.

Damit ihr wisst von welchem Buch ich überhaupt erzähle, hier mal das Cover und den Klappentext.



Klappentext:
Eine spannende, übernatürliche Liebesgeschichte vor der Kulisse Schottlands – ein Kampf um Leben und Tod und für die eine große Liebe.
Anthony lebt allein auf dem Familienlandsitz Houston Hall in Schottland, seit seine ganze Familie einem schrecklichen Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Der Tod der Eltern und der geliebten Schwester haben den aufstrebenden Anwalt aus Edinburgh zu einem anderen Menschen gemacht; die Dorfbewohner halten ihn für wunderlich, manche gar für verflucht.
Nachdem er die letzte Haushaltshilfe gefeuert hat, steht überraschend eine junge Frau vor der Tür, die sich auf die Stelle bewirbt: Mary Smith. Mit Mary beginnt Anthony wieder am Leben teilzunehmen und lässt sogar – wenn auch zögerlich – Gefühle zu. Doch er weiß nicht, wen er in sein Herz lässt: Mary weiß um die Wahrheit hinter dem Unglück seiner Familie. Sie weiß um die Monster, die nicht nur sein Leben bedrohen, denn sie stellt sich ihnen schon seit 200 Jahren in den Weg. Als plötzlich eine Totgeglaubte wieder auftaucht, ist Mary sicher, dass er in großer Gefahr schwebt. Nun muss sie kämpfen, um zugleich Houston Hall und ihre Liebe zu Anthony zu retten.

Und nun freue ich mich, euch endlich Mary "Smith" ein wenig genauer vorstellen zu dürfen und möchte dies mit einem Zitat von Mary (aus dem Buch) beginnen:

"Für mich sind Schatten ein Zeichen der Hoffnung. Ohne Licht gäbe es keine Schatten. Nur Dunkelheit. Schatten sind nichts Böses. Sie sind ein Versprechen. Das Versprechen, dass da nicht nur Dunkelheit ist, sondern auch Licht!"

Mary Smith – Wer ist das eigentlich?



Optische Merkmale:
Mary, schwarzes leicht gelocktes Haar, grüne Augen, ca. 1,60m, von schlanker Statur und weißer Haut.


Was sind die besonderen Eigenschaften von Mary?

Neben der Eigenschaft, dass sie es schafft Anthony gänzlich um den Finger zu wickeln, habe ich festgestellt, dass Mary einen sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt besitzt.

Mary achtet immer ganz behutsam darauf, dass Anthony nichts passiert und wenn doch, dann umsorgt sie ihn wie eine wertvolle Porzellanfigur. Aber immer mit den nötigen Spitzen dazu, wenn er sich mal wieder in Gefahr begeben hat.

Mary versteht es ausgezeichnet, Anthony mit ihren grünen Augen um den Finger zu wickeln und in ihren Bann zu ziehen. Das schafft sie im übrigen auch bei so ziemlich jedem Menschen in ihrem Umfeld.

Mary in der Geschichte:

Mary stolpert eines Tages, einfach so in Anthonys Leben, und beschließt frecher Weise, dass sie von nun an als Hausmädchen in Houston Hall arbeiten möchte. Schnell lernen wir, dass Mary eine sehr gute Schauspielerin ist, die mit frechen Kommentaren Anthony aus der Reserve lockt. Anfänglich scheint er noch sehr genervt ihr gegenüber zu sein, aber Mary versteht das Spiel in Perfektion und somit wird dies zu ihrer kleinen Art der liebevollen Kommunikation.

Zwischen Mary und Anthony entwickelt sich schnell mehr als nur das Laird – Hausmädchen Verhältnis. Immer wieder zieht Mary den Laird in ihren Bann, bringt ihn dazu das Haus zu verlassen, und umgänglicher zu werden.

Sie gibt ihm das Gefühl geborgen und in Sicherheit zu sein. Wenn er in Panik gerät, ist sie auf einmal zu stelle und wiegt ihn in Sicherheit. Sie schein immer und überall zu sein.

Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach geheimen Gängen und kommen sich Stück für Stück näher. Wohin das jedoch führt, dürft ihr dann selber lesen, denn darum geht es heute nicht.

Jedoch ändert sich das schnell als jemand anderes in Anthonys Leben auftaucht. Ich verrate an der Stelle nicht wer das ist, da ich euch nicht spoilern möchte, aber diese Person schafft es, in Mary ein Gefühl heraufzurufen, von dem sie nicht gewusst hat, dass sie es spüren kann. Eifersucht.

Das Interessante an dem Buch ist jedoch, dass wir die Charaktere in der ersten Hälfte des Buches aus der Sicht von Anthony kennen lernen, und in der zweiten aus der Sicht von Mary selbst. Daher lernen wir Marys Gefühle und Handlungsweisen erst im zweiten Teil der Geschichte besser kennen, da wir direkt "in sie hinein" lesen.

Wir erfahren so auch mehr über die Vergangenheit von ihr, und warum sie sich so sehr um Anthonys Wohl und Gesundheit sorgt, und warum ihr die neu erschienene Person so viel "Kummer" bereitet.

Im großen und ganzen kann man Mary als sehr warme, sich nach Liebe sehnende "junge" Frau vorstellen, die im Herzen immer nur das Gute für sich und ihr Umfeld sucht.

Ich persönlich mag Mary sehr gerne, da sie mit ihrer frechen und forschen Art, Anthony immer wieder auf die Probe stellt, und sein Innerstes wieder zum Vorschein rauslockt. Und dennoch ist sie immer besorgt um ihn und findet so Liebe in sich, die sie selbst nicht wirklich wahrhaben will.

Ich habe auch die Autorin gefragt, was sie über Mary denkt.

Liebe Mary:

Frage:
Wie kommt es, dass die Hauptprotagonistin auch Mary heißt?

Antwort:

Die Geschichte von Anthony und Mary begleitet mich jetzt seit beinahe 10 Jahren und geht zurück auf ein RPG (Erklärung von Kitty: RPG=RollPlayerGame - auf deutsch ein Rollenspiel, das ursprünglich nicht am PC oder auf der Konsole gespielt wurde sondern per Geschichten mit Pen & Paper, also Stift und Papier :), die selbst ausgedacht waren und nachgespielt wurden), in dem die beiden aber auch noch anders hießen.

Als ich dann beschloss, ein Buch daraus zu machen, mussten andere Namen her – sie konnten schlecht so heißen wie die Figuren des Films, aus dem einst ihre RPG-Inspiration kam. Ich habe damals lange überlegt und beide hatten für viele Monate – wenn nicht sogar Jahre – gar keine richtigen Namen. Ich habe vor allem bei Mary so viele ausprobiert, aber nichts schien zu passen… außer Mary. Ich habe mich lange Zeit dagegen gewehrt, ihr meinen Namen zu geben, aber es ging einfach nicht anders. Mary ist eine Mary, durch und durch. Und ich weiß, wovon ich rede. Ich bin schließlich auch eine.

Frage:
Gab es eine Mary wirklich?

Antwort:

Die gab es tatsächlich und an dieser Stelle kann ich nur sagen: Das war dann der entscheidende Grund, Mary als Mary gewähren zu lassen. Denn als ich bei meinen Recherchen erfuhr, dass es nur eine einzige denkwürdige Frau in der Geschichte Dirletons gab. Und dass diese auch noch zu der Familie gehörte, die Dirleton Castle aufgab, um jenes Herrenhaus zu bauen, das wiederum meinem erfundenen Houston Hall bis auf den letzten Stein gleicht… da musste ich sie einfach Mary nennen. Nun zum Glück nicht mehr nach mir, sondern nach Mary Hamilton Nisbet vormals Mary Bruce, Countess of Elgin. Passenderweise hieß auch ihre Mutter Mary. Was für mich wunderbar zur Geschichte passte, denn meine Mary ist ja ein paar Tage älter als sie aussieht und so habe ich mir gedacht, dass Mutter und Tochter in „meiner Wahrheit“ ein und dieselbe Person waren

Anmerkung Kitty: Hier seht ihr mal ein Bild der ursprünglichen Mary (Quelle: Wikipedia)



Frage:
Wie hast du den Charakter sich entwickeln lassen?

Antwort:
Mary ist ein klarer Kontrast zu Anthony. Während er eher antiquiert und tot wirkt, durch das, was er durchlitten hat, ist Mary trotz allem, was sie verbirgt, das blühende Leben. Sie symbolisiert für mich die Freude, Hoffnung und Liebe, die Anthony so dringend nötig hat und die durch Marys Ankunft wieder Einzug in Houston Hall hält.
Beide tragen eine Vergangenheit mit sich, die sie niederdrückt und es ihnen schwer macht, anderen zu vertrauen und beide haben ganz unterschiedliche Wege gefunden, mit dieser Unsicherheit umzugehen. Anthony hat sich völlig verschlossen. Mary lächelt oberflächlich und verbirgt so ihr Leiden. Sie muss begreifen, dass sie nicht allein sein muss, dass sie nicht schlecht oder böse ist. Sie hat Schreckliches erlebt und hält sich selbst für „nicht gut“ und gefährlich. Obwohl sie nach außen so lächelt.

Frage:
Und wie hast du den Charakter entwickelt – die Figur Mary?

Antwort:
Viel hat dabei das Rollenspiel vor zehn Jahren geholfen. Das gab ihr ihren eigenwilligen, aufmüpfigen Charakter, ihren Mut und ihre Willensstärke – und damit all das Potential für die kleinen Streitereien mit Anthony.

Und durch die Länge der Zeit, die Mary und Anthony in meinem Kopf (und Herzen) sind, konnte ich sie natürlich besonders intensiv kennenlernen. Als ich dann konkreter an der Geschichte arbeitete – in den letzten Monaten – habe ich die beiden im Geiste überall mit hingenommen: „Mary würde jetzt xyz machen“, „Mary hätte sich das nicht gefallen lassen“, „Mary hätte dem Typen einen Eimer mit kaltem Wasser über den Kopf geschüttet“. Dadurch, dass ich sie mit in meinen Alltag genommen habe, lies sie mich in ihren und so gelang es mir dann von Tag zu Tag besser, ihre Geschichte zu schreiben. Ich konnte sie so gut verstehen, dass ich letztlich Szenen plötzlich anders schrieb, als sie eigentlich geplant waren, weil ich nun wusste, dass Mary anders reagieren würde: Mary war zu jemandem geworden, der lebte. Wenn auch nur auf meinem Papier.

Und dann gab es da noch eine allgemeinere Frage zu beiden Protas:
Sind in deine Figuren auch Eigenschaften von dir persönlich mit eingeflossen?

Antwort:
Oh ja! In alle. Auch in die Nebencharaktere. Ich denke, das kann man gar nicht verhindern. Vielleicht haben wir Autoren eine (sehr) gespaltene Persönlichkeit und unser Weg, uns selbst zu entdecken, sieht vor, Teile von uns „auszulagern“ und in die Leben anderer zu stecken.
Mary hat von mir mit Sicherheit ihren Dickschädel, ihren Optimismus und ihre Probleme mit dem Anerkennen von Autoritäten. Anthony hat von mir seinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, seine Selbstzweifel und natürlich seine Vorliebe für Bücher. Beatrix, die gute Seele und Haushälterin von Houston Hall, hat von mir das Helfersyndrom, den Wunsch, dass es ihren Lieben gut geht. Und selbst die Wesen, denen Mary und Anthony begegnen, - seien sie gut oder böse - haben etwas von mir: Seien es die Ceasg, die meine Fragen nach dem Sinn und Wert des Lebens wiederspiegeln, oder die Baobhan Sith, die sich nach Freiheit und Familie gleichermaßen sehnen.

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Man, das hat mir Spaß gemacht. Ich hoffe euch auch :)

Ich habe mich besonders darüber gefreut, dass ich Mary vorstellen durfte, da ich im Vorfeld immer wieder von Mary (der Autorin ^^) über ihr Buch erzählt bekommen habe und mich irgendwie schon in Mary (die Prota) verliebt hatte, obwohl ich sie nicht kannte. Und jetzt da ich sie kenne, freue ich mich umso mehr, dass sie jetzt auch bei mir in meinem Bücherzimmer ein kleines Plätzchen bekommen hat.

Vielen lieben Dank auch an meine Bloggerkollegin Marion, deren Prota-Vorstellung von Laird Anthony Houston,ihr auf keinen Fall verpassen dürft. Die ihr hier nachlesen könnt.

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